"Friede ist nicht Abwesenheit von Krieg.
Friede ist eine Tugend, eine Geisteshaltung,
eine Neigung zu Güte, Vertrauen und Gerechtigkeit."
- Baruch de Spinoza (1632 - 1677)
28. Mai 2026
Willkommen auf unserer Homepage!
Der Freundeskreis von
Givat Haviva Deutschland e.V.
informiert Sie hier in regelmäßigen Abständen über die Entwicklungen in Givat Haviva
Im vergangenen Jahr war die Generaldirektorin von Givat Haviva Michal Sella in Berlin und beleuchtete die damals bedrückende Situation vor der Freilassung der letzten Geiseln und dem - immer noch brüchigen - Waffenstillstand. Dabei schloss sie ihre Ausführungen mit einem Satz, der sich allen tief eingeprägt hat, die ihr zuhören durften: „Aufgeben ist keine Option!“
Sie meinte damit die Anstrengungen um den Aufbau einer gleichberechtigten jüdisch-arabischen Gesellschaft in Israel trotz aller Widerstände.
Der Mai-Newsletter der Freunde von Givat Haviva nimmt das Thema erneut auf, denn in dieser Zeit der Spaltung und Unsicherheit hat es zunehmend an Bedeutung gewonnen, und Jonathan Lack, der Vorsitzende des US-amerikanischen Freundeskreises, ergänzt: "Rückzug ist keine Strategie."
In einem Moment, in dem viele Menschen von der Komplexität der Ereignisse in Israel und der weiteren Region überwältigt sind, muss die Arbeit am Aufbau einer gemeinsamen Gesellschaft schwierig erscheinen und sich manchmal schmerzhaft langsam anfühlen. Dennoch erinnern uns die Geschichten in aktuellen Newsletter daran, dass diese Arbeit unverzichtbar bleibt.
Ob durch Bildung, Führungskräfteentwicklung, Sprachunterricht, interkulturellen Dialog oder die schlichte Schaffung von Räumen, in denen Beziehungen über Trennlinien hinweg entstehen können – Givat Haviva zeigt weiterhin, dass Koexistenz nicht durch Schlagworte oder Wunschdenken aufgebaut wird. Sie entsteht durch nachhaltiges menschliches Engagement.
Deshalb beleuchtet der Newsletter unter "Aktuelles" dieses Engagement in vielen Formen: die Gründung eines Nationalen Rabbinischen Kabinetts, Bemühungen zur Stärkung des Hebräischunterrichts in arabischen Schulen, die Erfahrungen junger internationaler Führungskräfte, die nach Israel kamen, um an der Arbeit für eine gemeinsame Gesellschaft teilzuhaben, sowie die Abschlussfeier einer weiteren vielfältigen Klasse der Younited School. Zusammen spiegeln diese Geschichten die beständige Überzeugung wider, dass es trotz Schmerz, Misstrauen und Polarisierung sowohl die Möglichkeit als auch die Verantwortung gibt, eine inklusive Zukunft für alle Bürgerinnen und Bürger Israels aufzubauen.
Was für Givat Haviva und die Freundeskreise in den USA und Kanada gilt, lässt auch die europäischen Freundeskreise nicht ruhen. Denn für alle, denen die Zukunft von Israelis, Palästinenserinnen und Palästinensern gleichermaßen am Herzen liegt – kann die Antwort auf Komplexität nicht Rückzug sein. Wer in den letzten Monaten Israel bereist hat, konnte spüren, wie dankbar die Menschen dort über die Besucherinnen und Besucher sind. Denn sie fühlen sich wahr genommen durch die Anwesenheit ausländischer Gäste. Deshalb muss die Devise auch lauten: Wir sind und bleiben auf eurer Seite und unterstützen die Anstrengungen für eine Shared Society, die die Hoffnungen auf einen Frieden wachsen lassen..
Herzlichen Dank, für Ihre und eure fortgesetzte Partnerschaft, jegliche Unterstützung und den Glauben an diese wichtige Arbeit.
Ihre und eure Vorsitzende
Ruth Ratter
2025 war ein schweres Jahr - auch für Givat Haviva!
Für das Jahr 2026 wünschen wir für alle Menschen eine Befriedung der Kriegsherde und ein auskömmliches Leben für alle Opfer von Gewalt und Terror.
Shalom - Salam!
Die Arbeit von Givat Haviva in Israel ist wichtiger denn je, führt sie doch Menschen in einer gespaltenen und traumatisierten Gesellschaft zusammen, die sich sonst nicht begegnen würden. Der Dialog in Israel, den Givat Haviva zwischen der jüdischen Mehrheitsgesellschaft und Menschen aus der arabischen Minderheit organisiert, ist in seiner Bedeutung nicht zu überschätzen. Denn Frieden beginnt mit Begegnung und wächst durch Vertrauen.
Für unsere Arbeit als deutscher Freundeskreis sind die Projekte des größten Friedenszentrums in Israel eine Art Blaupause. Denn auch hier bei uns werden die Gegensätze immer größer, nehmen Antisemitismus und gruppenbezogener Rassismus zu und bedrohen zunehmend Menschen in Schule, Universität, Beruf und Alltag. Die Zunahme der Übergriffe mit antisemitischem Hintergrund ist erschreckend. So scheinen die Gegensätze unüberwindbar, spalten nicht nur in Berlin und Frankfurt die Gesellschaft. Das dürfen wir nicht tolerieren! Der Freundeskreis Givat Haviva Deutschland e.V. sieht seinen Auftrag vorrangig in der Unterstützung von Givat Haviva, immer mehr aber darin, Begegnungen zu ermöglichen, Dialoge zu stiften, damit der Hass überwunden und Vertrauen geschaffen werden kann. Wir freuen uns auf eine vielfältige Unterstützung dabei!
Über unsere Arbeit können wir Positives berichten. Auf unserer Mitgliederversammlung in Berlin am 29.11.2025 haben wir einen neuen Vorstand gewählt und den wissenschaftlichen Beirat erneut bestätigt. Neu im Vorstand sind Prof. Dr. Francesca Vidal als 2. Vorsitzende sowie Regina Habiger als Beisitzerin. Ausgeschieden aus dem Vorstand ist Donja Banai, der wir für ihr Engagement danken.
Für das Jahr 2026 planen wir die Erneuerung unserer Ausstellung. Ein erster Konzeptentwurf wurde vorgestellt und genehmigt.
Ebenfalls beschlossen haben wir in Berlin die Überweisung von Geldern des Freundeskreises, die im Dezember durch eine großartige Spende aufgestockt werden konnten: Insgesamt wurden 95.000 € nach Israel geschickt, die größte Summe für das Face to Face-Projekt, das damit erweitert werden konnte, zudem die Restsumme 2025 für das Friedel und Peter Grützmacher-Stipendium und für die sonstige Verwendungen. Mit den Projektmitteln der Landtage von Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein sind somit fast 300.000 € von Deutschland zu Givat Haviva geflossen. Insbesondere Bildungsprogramme haben entsprechend ihrer Nachfrage einen erheblichen Aufwuchs und werden glücklicherweise vom Bildungsministerium weiter unterstützt. Nach wie vor aber ist Givat Haviva zu einem Drittel seines Haushaltes auf Spendengelder angewiesen.
Am kommenden Dienstag, dem 6. Januar, findet in Tel Aviv die jährliche Internationale Konferenz Givat Havivas statt, die Konferenz wird vom israelischen Staatspräsidenten Herzog eröffnet wird und die sich mit dem wichtigen Thema des Weges zu einer Shared Society befasst. Dazu mehr unter Aktuelles.
Givat Haviva arbeitet schon seit einer Dekade, begleitet von der Universität Haifa, an dieser Fragestellung und konnte auf die daraus entstandenen Erkenntnisse und Erfahrungen in den letzten Jahren gewinnbringend zurückgreifen. Auf dieser Reise dabei sind Prof. Dr. Francesca Vidal, Dr. Gregor Walter-Drop und Dr. Steffen Hagemann von der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau. Sie unterzeichnen den Kooperationsvertrag zwischen Givat Haviva und der Universität. Zur Konferenz reisen neben der 2. Vorsitzenden mit Friedel Grützmavcher und Regina Habiger zwei weitere Vorstandsmitglieder an und nehmen an der sich anschließenden zweitägigen Konferenz der internationalen Freundeskreise teil..
Auch wenn im Oktober 2025 Hoffnung auf einen Waffenstillstand aufkeimte, konnte sich niemand darüber hinwegtäuschen lassen, dass die Lage der Menschen im Nahen und Mittleren Osten und in den anderen Kriegs- und Krisengebieten der Welt von einem dauerhaften Frieden weit entfernt ist. Hass und Gewalt sind noch immer allgegenwärtig.
Am 10.10. 2025 schien der Frieden in greifbarer Nähe!
Damals schrieb ich auf dieser Seite:
"Die israelische Armee wird sich laut des ersten Schrittes des Stufenplans, der inzwischen von Israel und den Palästinensern unterzeichnet wurde, auf eine festgelegte Linie in Gaza zurückziehen und die Hamas alle israelischen Geiseln freilassen. Nichts wünschen wir uns mehr als dass die Geiseln heimkehren, die Waffen schweigen und die 170 000 t Hilfslieferungen endlich die Menschen in Gaza erreichen!
Der 7.10., der Tag des Gedenkens an all die Opfer des bestialischen Überfalls der Hamas vor zwei Jahren auf das Supernova-Festival und die umliegenden Kibbutzim waren noch von Schmerz und Trauer bestimmt. Denn Menschen waren überfallen worden, gequält und brutal ermordet, andere entführt und gefoltert. Noch immer sind 20 Geiseln in der Gewalt der Hamas. An diesem Tag begann auch ein Krieg, der im Gazastreifen zehntausende Zivilisten das Leben kostete und noch immer sterben dort vor allem Frauen und Kinder durch Waffen oder vor Hunger. Jüdische und palästinensische Menschen sind traumatisiert und leiden unter unsäglichen Schmerzen und unter tiefer Trauer.
Heute scheint eine friedliche Zukunft im Nahen Osten erreichbar. Wir kennen Beispiele, die uns lehren, dass aus Feinden Freunde werden können. Denken wir an die deutsch-französische Annäherung, wo aus "Todfeinden" Freunde wurden. Die friedliche Koexistenz der Minderheits- und Mehrheitsgesellschaft in Israel und in Palästina wird eine erste Etappe dazu sein. Givat Haviva wird daran weiter mit viel Energie arbeiten und braucht jede Unterstützung."
Bis heute sind erst wenige Teile des Plans eingelöst. Zwar sind die lebenden Geiseln wieder in ihrer Heimat. Tote werden weiterhin noch vermisst. Viele Israelis werden wie die Menschen in Gaza weiterhin psychologische Betreuung benötigen, um ihre Traumata zu überwinden.
Hinzu kommt der Wiederaufbau, der in Israel und noch viel mehr in Gaza enorme Wiederaufbaumittel erfordert. Und noch schlimmer: Die Hilfslieferungen in den Gazastreifen sind viel zu gering, um den Hunger und die Krankheiten einzudämmen; es ist nach wie vor nicht absehbar, wann und wie den Palästinenserinnen und Palästinensern ein menschenwürdiges Leben in Gaza ermöglicht werden kann. Hoffen wir auf die internationale Solidarität, um einen Aufbau eines Lebens in friedlicher Koexistenz mit den Nachbarn zu ermöglichen.
Michal Sella äußerte sich in einem Artikel vom 27.12.2025 detailliert zur aktuellen Situation. Er ist unter Aktuelles zu finden.
Es grüßt Sie herzlich
Ihre
Ruth Ratter
Vorsitzende des Freundeskreises Givat Haviva Deutschland e.V.
Wer ist der Freundeskreis Givat Haviva Deutschland e.V.?
Der deutsche Freundeskreis von Givat Haviva wurde 1995 in Mainz gegründet und ist seither ein wichtiger Partner der Verständigungsarbeit im Nahen Osten und der Öffentlichkeitsarbeit für Givat Haviva in Deutschland.
Givat Haviva Deutschland e.V. ist auf eine große Zahl von Mitgliedern aus allen Regionen Deutschlands angewiesen, um die Projekte Givat Havivas in Israel langfristig zu gewährleisten und ihre Bekanntheit in Deutschland zu fördern.
Der Freundeskreis bietet Ihnen ein Forum zu Dialog und Informationsaustausch sowie für bildende und kulturelle Aktivitäten.
Auf unserer letzten Mitgliederversammlung am 28.9.2024 in Landau haben wir auf das vergangene Jahr zurückgeschaut und einen Ausblick auf das kommende gewagt. Näheres dazu finden Sie unter "Aktuelles".
Wir freuen uns seitens des Vorstands auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unseren Mitgliedern auch im Jahr 2025 und laden Sie alle herzlich ein, sich aktiv an unserer Vereinsarbeit zu beteiligen. Und wer noch nicht Mitglied ist, dem versichern wir, dass es sich lohnt, zu uns zu stoßen!
Gute Gründe, Mitglied im Freundeskreis von Givat Haviva zu sein:
Möglichkeit der Teilnahme an der interkulturellen Bildungs- und Verständigungsarbeit im Nahen Osten
Mitwirkung und Unterstützung bei der Friedensarbeit in Israel
Zugang zu Direktkontakten und aktuellen Informationen aus Israel
Teil eines Netzwerkes sein mit Kontakten zu Gleichgesinnten und Aktivitäten im eigenen Umfeld.
Beizutragen zum toleranten und respektvollen Umgang in unserer Gesellschaft und einzutreten gegen rassistische, antisemitische und und antiislamistische Tendenzen.
Über die jeweils aktuelle Entwicklung von Givat Haviva in Israel informiert Sie unser Newsletter, den Sie abonnieren oder hier auf dieser Seite in der rechten Spalte ganz unten durch Anklicken der Rubrik "die wichtigsten entwicklungen in givat haviva der letzten monate" aktivieren können.
Herzliche Grüße im Namen des Vorstandes,
Ruth Ratter
Vorsitzende von Givat Haviva Deutschland e.V.
Ausstellung
Ausstellung des Freundeskreises
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