| Der Haviva Reik Friedenspreis
des Jahres 2003 geht an den bekannten Musiker und Dirigenten Daniel
Barenboim. Der Preisverleiher, das israelische Friedens- und Bildungszentrum
Givat Haviva, ehrt damit seinen langjährigen und unermüdlichen
Einsatz für Frieden und Dialog zwischen Israelis und Arabern.
Givat
Haviva, 23. Februar
Der Träger des Haviva Reik-Friedenspreises 2003 heißt
Daniel Barenboim. Dies gaben das Direktorium Givat Havivas und des
Jüdisch-Arabischen Zentrums für den Frieden in Givat Haviva
am Sonntag bekannt. Der Preis ist die Anerkennung für Barenboims
Bemühungen um die Aussöhnung zwischen Israelis und Arabern
und seinen Einsatz für den israelisch-palästinensischen
Dialog.
„Maestro Barenboim
hat in seiner langjährigen Wirkungsgeschichte der ganzen Welt
gezeigt, wie man durch Musik Brücken zwischen Menschen bauen
kann, auch, wenn der Konflikt zwischen ihnen noch so bitter ist”,
heißt es in der Begründung für die Preisverleihung.
Barenboim, Sohn russischer Juden und israelischer Staatsbürger,
ist seit langem ein vehementer Gegner der gewaltsamen Auseinandersetzung
zwischen Israelis und Palästinensern. Mit seinen israelisch-palästinensischen
Musikprojekten und seinen wiederholten Konzertbesuchen in den Besetzten
Gebieten hat sich Barenboim auch unter den Palästinensern den
Ruf eines engagierten Botschafters für Frieden und Versöhnung
erworben.
Zusammen mit seinem inzwischen
verstorbenen Freund Edward Said gründete Barenboim Ende der
90er Jahre den israelisch-palästinensischen Musikworkshop “West-Ostlicher
Divan” mit dem er und junge Talente von beiden Seiten an verschiedenen
Orten der Welt musizieren: zuletzt in Weimar Sevilla und London.
Sein neuestes Projekt gilt dem Aufbau eines palästinensischen
Jugendorchesters in Ost-Jerusalem.
In einem Schreiben an Barenboim
betonten der Generaldirektor Givat Havivas, Haggai Halevi, und der
Direktor des jüdisch arabischen Zentrums für den Frieden,
Riad Kabha, die Gemeinsamkeiten der Bemühungen des Dirigenten
und des Friedenszentrums: „Wir fühlen, das Daniel Barenboim
mit seiner anhaltenden Arbeit im Geiste des Friedens und der Verständigung
ein Seelenverwandter Givat Havivas ist. (…) Wir verleihen
Ihnen diesen Preis im Namen der tausenden Israelis und Palästinenser,
die in den Programmen und Veranstaltungen Givat Havivas Partner
für den Frieden geworden sind und die Ihnen mit uns die Kraft
wünschen, mit ihrem Werk fortzufahren und erst zu enden, wenn
der Frieden, den wir uns so sehnlichst wünschen, eingetroffen
ist”.
Der Haviva Reik-Friedenspreis
wurde 1994 von der Givat Haviva Educational Foundation USA und dem
israelischen Friedens- und Bildungszentrum Givat Haviva ins Leben
gerufen und wird seitdem jährlich verliehen. Der Preis soll
Menschen ehren, die mit ihrer Arbeit dafür eintreten, die politischen,
kulturellen und religösen Auseinandersetzungen im Nahen Osten
im Dialog auszutragen und Toleranz und die Achtung vor den Menschenrechten
zu fördern.
Die Auszeichnung selbst –
ein Originalkunstwerk aus der Werkstatt eines israelischen Künstlers
(jährlich wechselnd jüdisch oder arabisch) – soll
Barenboim im Laufe dieses Jahres in Berlin übergeben werden.
Folgende
Gäste werden unter anderem anwesend sein:
Gavri Bargil (Generalsekretär der Kibbuzbewegung)
Sabine Christiansen (ARD-Moderatorin)
Mohammad Darawshe (Pressesprecher von Givat Haviva)
Sara Ozacky-Lazar (Leiterin der Forschungsabteilung von Givat Haviva)
Dalia Rabin-Pelosof (ehem. Vizeministerin und Knesset-Mitglied;
Generaldirektorin)
Dagmar Schmidt (MdB, Vorsitzende des Freundeskreises von Givat Haviva
in Deutschland)
Klaus Wowereit (Regierender Bürgermeister Berlin)
Außerdem werden die PreisträgerInnen der Vorjahre aus
der Schweiz anwesend sein:
Ellen Ringier, Prof. Eduard Badeen und Peter Liatowitsch.
Für weitere Informationen:
Alex G. Elsohn, Direktor Europa, +9 72/ 54/ 97 14 15, elsohn@kba.org.il
Mohammad Darawshe, Director of PR Givat Haviva +9 72/ 64/ 47 54
37, mmd@inter.net.il
Die bisherigen Preisträger
1994 Fred Howard, USA
– Friedensaktivist und Unterstützer zahlreicher Friedensorganisationen
in Israel
1995 Camelia Sadat, USA/
Ägypten – Tochter des ermordeten ägyptischen Ministerpräsidenten
Anwar As-Sadat, Befürworterin eines gerechten israelisch-palästinensischen
Ausgleichs. Caroline Kennedy-Cuomo, USA – Menschenrechtsaktivistin
1996 Kurt Beck, Deutschland
– Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und Freund Givat
HavivasColette Avital, Israel – Israelische Konsulin a.D.
und Friedensaktivistin im Nahen Osten
1997 Dalia Rabin-Pelessof
– Israelische Friedensaktivistin und Mitglied der KnessetMuhammad
Ali, USA – Sportler und aktiv im interreligiösen Dialog.
1998 Johannes Rau, Deutschland
– Bundespräsident und früherer Ministerpräsident
vonNordrhein-Westfalen.Yaela Granot, Israel Direktorin von Givat
Haviva a. D.
1999 Dr. Ellen Ringier,
Schweiz – Aktivistin gegen Rassismus und Fremdenhass
2000 Hans Georg Meyer,
Deutschland – Direktor der Landeszentrale für politische
Bildung Rheinland-Pfalz, Friedensaktivist und engagierter Moderator
in den israelisch-palästinensisch-deutschen Beziehungen.
2001 Dr. Peter Liatowitsch
& Prof. Eduard Badeen, Schweiz – Aktivisten für einengerechten
Frieden zwischen Israelis and Palästinensern und Versöhnung
zwischen Juden und Arabern in der Schweiz.
2002 Sigmar Gabriel,
Deutschland – Ministerpräsident von Niedersachsen
Der Haviva Reik Friedenspreis
wird von Givat Haviva seit 1994 im Gedenken an die jüdische
Widerstandskämpferin Haviva Reik verliehen. Geboren 1914 in
der Slovakei war Reik bereits in frühen Jahren Mitglied der
zionistisch-sozialistischen Jugendbewegung Hashomer Hatzair. Sie
immigrierte 1939 nach Palästina und wurde Mitglied im Kibbutz
Ma’anit. Sie diente als Freiwillige in der britischen Armee
und sprang im September des Jahres 1944 hinter den deutschen Linien
in der Slovakei ab, um dort den jüdischen Widerstand zu organisieren.
Sie wurde wenig später gefangen genommen und nach kurzer Haft,
am 20. November 1944 hingerichtet.
Weitere
Informationen zu Daniel Barenboim: www.daniel-barenboim.com
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